Glauben
Jeder glaubt an etwas, mancher glaubt zum Beispiel :
- dass jeder eine seine Chance hätte,
- dass der Mensch zum Guten fähig sei,
- dass das Böse in dialektischer Einheit aber auch in diesem zum Guten fähigen Menschen gleichzeitig angelegt sei,
- dass die Demokratie die beste Staatsform sei,
- dass wir Menschen die Krönung der Schöpfung seien,
- dass die Technik uns retten wird,
- dass die Welt bald unterginge,
- dass ein Volk nicht ewig an der Nase herumgeführt werden könne,
- dass der Klimawandel mit den Sonnenflecken nichts zu tun hätte,
- dass das Anzünden von Hochpreisautos in Berlin eigentlich "ganz in Ordnung sei wegen der Mahnung zum Senken des CO²-Ausstosses",
- dass die Deutschen traumatisiert seien,
- dass man alle Kinderschänder kastrieren solle,
- dass man endlich den säkularen Staat durchsetzen solle,
- dass der freie Markt alles richten werde,
- dass die Globalisierung etwas Gutes sei,
- dass Mann und Frau gleich seien,
- dass die Schönheit aber gerade in der Ungleichheit liegen würde, dass wir also doch lieber Gleichberechtigung sagen sollten,
- dass wir unseren Frauen das gleiche Geld für gleiche Arbeit geben sollten,
- dass wir mit Emanzipation lieber das Durchsetzen der Gleichberechtigung des Unterschiedlichen meinen sollten,
- dass künstlich östrogengesteuerte Männer und künstlich testosterongesteuerte Frauen gleichermassen hässlich würden,
- dass das Recht IMMER siegen würde,
- dass das Recht erst vor Gott entschieden würde,
- dass es IHN überhaupt gäbe und dass er den ihm verpassten Namen in der jeweiligen Religion WIRKLICH trüge,
- dass die Rechten alle rechtsextrem seien und man mit den gemeinschaftswertekonservativen Mecklenburgern sowieso nicht sprechen sollte,
- dass man die allgemeinen Werte-Probleme lieber gar nicht benennen sollte,
- dass man den Volksfrieden viel besser mit implantierten Valiumdepots im Arsch sichern kann und deshalb massenhaftes Auftreten von wie auch immer gearteten Emotionen gnadenlos bekämpfen muss,
- dass man vor Fussballfans zur WM einfach DESWEGEN Angst hat und das Massenaufgebot von Polizei und Ordnungskräften dann mit Terrorgefahr begründen könne,
- dass ein Pfadfinderlagerfeuer im Wald mit Flitzbogenschiessen der erste Schritt zum Faschismus sei,
- dass der Passivrauch die Menschen mehr als die allgemeine seelische Depression schädigen würde,
- dass man ständig die DDR als Monstranz im Vergleich zur problemhaften Auswirkung globalisierte blanker Gier nutzen dürfe,
- dass alles Gegenwärtige besser sei als DAS damals im Osten,
- dass man die Grenztoten an der Mauer zur Ablenkung von Einheinhalb Millionen kollateralgeschädigter irakischer Zivilisten durchaus verwenden könne,
- dass man die nichtvorhandenen Husseinschen Giftgaswagen auf gar keinen Fall mit Gleiwitz vergleichen dürfe,
- dass man bei aller Kritik das Amt des Bundespräsidenten nicht beschädigen dürfe in Auseinandersetzung mit der Blutkonserven-Panzerarmee-Extraschussverletzungsschulungsthese,
- dass man Leute wie Günter Grass durchaus nicht in seiner Zeit als 17jähriger sehen müsse und ihn heuchelmoralisch einfach so zum 80. Geburtstag schnell eben nachträglich dahinmorden könne,
- dass der reine Pragmatismus ohne Visionen das Beste sei,
- dass der solidarische Zusammenhalt von Menschen eigentlich staatsgefährdend sei,
- dass man die Bildung von Kritik unterhalb der kritischen Masse halten müsse,
- dass in Umkehrung von Thesen nun die Rechten an allem Schuld seien,
- dass Geschichte sich lediglich immer und immer wiederholen würde,
- dass der Sieg der Form über den Inhalt legitim sei,
- dass es ein unentrinnbares Schicksal gäbe,
- dass es kein Schicksal gäbe,
- dass man sein Schicksal in Raum und Zeit konkret mitbeeinflussen könne,
- dass Werte gefährlich ÜBERHAUPT seien,
- dass kalte Technokraten ganz gefährlich seien,
- dass Israel für das Judentum stünde,
- dass Westberlin zum Mentalitätsvergleich mit Bayern geeignet sei,
- dass ein Mercedes wichtig sei zum dokumentierten Nachweis eigenen Fleisses,
- dass man Glück per Euro konsumieren könne,
- dass man "existenziell notwendige Grundlagen" angeblich nicht juristisch definieren könne,
- dass alles in Balancen zu sehen sei,
- dass Marx der erste Terrorist gewesen sei,
- dass der 1936 verstorbene Schickgruber der grösste deutsche Staatsmann geworden wäre,
- dass die ganz genaue Bestimmung der jüdischen Opfer zwischen 5,9 oder 6,1 Millionen wesentlich für die Geschichtsschreibung im Sinne von Schuld sei,
- dass man ohne die GANZ GENAUE ZAHL der Opfer den Massenmord juristisch nicht einwandfrei definieren könne und dass im Zweifel für den Angeklagten entschieden werden müsse oder dass die genaue Zahl überhaupt eigentlich unwichtig sei
- dass man sich drehen und wenden könne, jedoch diesen Massenmord anerkennen müsse,
- dass die Pharmaindustrie zu den guten Industrien gehören würde und die Vergnügungsindustrie zu den schlechten,
- dass die Chinesen allein schon wegen der Menge böse seien,
- dass man wegen des Handels und der deutschen Arbeitsplätze in Südostasien nicht so genau hinschauen dürfe,
- dass man nicht für alles verantwortlich wäre gefälligst,
- dass man mangels dokumentierter Zuständigkeit die Augen verschliessen dürfe ,
- dass man die durch den eigenen Nachbarn vergewaltigte Nachbarstochter als ausserhalb seines eigenen Zuständigkeitsbereiches betrachten dürfe,
- dass es so etwas wie Sozialdarwinismus berechtigterweise gäbe,
- dass nur im Liberalsmus die Chance läge,
- dass man den verfluchten Liberalismus bekämpfen müsse,
- dass der Preussenkönig ein Kriegstreiber war,
- dass der Preussenkönig ein toleranter leben-und-leben-lassen-Monarch war,
- dass die grüne Klientel im Durchschnitt mehr verdient als die von Westerwelle,
- dass die Klientel der FDP-Wähler mehr verdienen würde als die von Claudia,
- dass im Stillen der Ökofaschismus drohen würde,
- dass nur ein guter König die Welt retten könne und dass der schon auf dem Weg sei,
- dass Guantanamo gut und schrecklich zugleich sei,
- dass der Bau der Pyramiden wegen der notwendigen Planungsbürokratie der Schlüssel zum Aufstieg der Ägypter gewesen sei,
- dass die Seeräuber die ersten echten "Demokrrrrrrraten" (:-)) gewesen seien,
- dass es eine Balance zwischen Einzelverantwortung und kollektiver Weisheit geben müsse,
- dass es eine Balance zwischen Volk und Führer gäbe,
- dass alles Führertum abgeschaftt gehöre und das Konstrukt der Totaldemokratie die Rettung sei, schon weil das Wort "Führer" enthalten sei,
- dass es Führungsperönlichkeiten geben MÜSSE,
- dass Hegel ein Kommunist gewesen sei in seiner Vorbereiterrolle der marxistischen Dialektik,
- dass mit dem Zusammenbruch des Realkommunismus auch die Idee der Urchristen und Urkommunisten zusammengefallen sei und Hegel sowie Marx mit ins Grab genommen hätte,
- dass alles Linke eben irgendwas Verspinnertes sei,
- dass die Menschen eben so seien,
- dass die Kleinaktionäre eben Geldvieh seien,
- dass die Wähler eben Stimmvieh seien,
- dass man die massenhaft Polizisten verprügelnden jungen "linken"Leute ja irgendwie verstehen könne,
- dass der eine durch Rechte verletzte Polizist sofort aufs Cover muss,
- dass man Vieles nicht sagen könne heutzutage,
- dass der Zustand der BRD 2010 an 1989 in der DDR erinnere,
- dass Griechenland mit seinen Staatsfinanzen eben nur ein bisschen "geschummelt" hätte,
- dass Google etwas Demokratisches sei,
- dass pluralistische Wertelosigkeit etwas mit Demokratie zu tun hätte,
- dass alle Ideologien als Wertegebäude per se schädlich seien,
- dass Religionen aber nicht zu diesen bösen Ideologien gehören würden ausser dem Islam heute oder dem Judentum damals........
Die Leute glauben viel, Glauben fängt da an, wo Wissen aufhört und umgekehrt, an der Grenze tummeln sich die Forscher und Denker. Die Erforschung des eigenen Glaubens macht Vergnügen. Hören Sie auf die Gespräche in intellektueller Runde oder am Stammtisch, der häufigste Satz ist: "...jaja, aber ICH GLAUBE das und das..." Die zynisch-arroganten "Wissenden" glauben halt, dass sie wüssten... Wahre Weisheit liegt im Bekenntnis, dass man ohne Glauben keine Chance auf Überleben hat. Man glaubt ganz einfach, dass es ein MORGEN gäbe... Man glaubt, man hätte IRGENDEINEN SINN. Man glaubt, man sei etwas Besonderes, etwas Heiliges, am Besten in der Abgrenzung vom verachtenswerten Allgemeinen, vom unheiligen mainstream... Das ist man auch und gleichzeitig nicht... Ich glaube, dass das GLAUBEN an etwas lebensnotwendig ist, man würde sich ansonsten dauernd aufgeben und den Tod in Kauf nehmen... Glauben scheint mir also etwas Gutes, Stabilisierendes zu sein, Glauben an ein höheres Wesen nun aber wieder ist eine andere Sache...
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Zunächst möchte ich feststellen, dass ich die meiste Zeit meines Lebens, auch heute, mehr FÜR ETWAS als GEGEN ETWAS verbracht habe. Primär setze ich mich FÜR ETWAS ein. Sekundär dann natürlich im Sinne dessen GEGEN ETWAS. Das ist das Gegenteil von Stammtisch-Nörgelei.
Diese Homepage beschäftigt sich zwar mit dem Engagement gegen ZUstände, aber das Ziel ist ja das positive Ergebnis, also das FÜR, zB Aufklärungsbereitschaft, echter sauberer Korpsgeist, Situation meiner Familie, ... uswusf. Das ist sozusagen der erste Glaubenssatz: Primär bin ich FÜR etwas und sekundär GEGEN das, wes dem FÜR schadet... Ich bitte das nicht misszuverstehen. Also: Ich glaube, dass es besser ist, zunächst FÜR etwas zu sein und dann zu überlegen, GEGEN was man konsequenterweise dann natürlich gleichzeitig sein muss... wertekonservativ=rechts=rechtsextrem zu definieren, ist einfach, das aber zu hinterfragen und dann die möglicherweise erkannten tatsächlichen Probleme selbst in den Focus zu nehmen, ist etwas schwieriger... noch schwieriger im heutigen Mainstream ist es, dann die Herkunft der Erkenntnis offenzulegen... oder: Solidarität=Links=Realsozialismus=Gulag zu definieren ist einfach, das auseinanderzuhalten ist etwas schwieriger, auch wieder wegen des heutigen Mainstreams. Ich bin z.B. ganz sicher, dass Herr Westerwelle, wenn er denn mit der Bahn fahren will, einen Flächentarifvertrag der Bahnmitarbeiter sehr begrüssen MUSS, wenn der zur Pünktlichkeit und Beförderungsqualität der Bahn beiträgt, was wegen des Fahrplanverbundes nur FLÄCHENDECKEND funktionieren kann oder GAR NICHT. Die Bahn hat also neben der Effizienz einen wesentlichen sozialen, gesellschaftlichen Auftrag: Sie hat eine auch gesellschaftlich definierte Transportaufgabe, stellt geforderte Mobilität sicher, verbindet Menschen, erfüllt sozusagen AUCH hoheitliche Aufgaben. Teile der Bahn dürfen auf gar keinen Fall einem reinen Renditeauftrag unterworfen werden. Die Berliner S-Bahn ist ein gutes Beispiel für den Niedergang einer zeitweilig vordringlich irgendwelchen Renditeforderungen unterworfenen ÖFFENTLICHEN INSTITUTION. Schlussendlich kommt Folgendes heraus: Die politische Mitte ist tatsächlich das wichtigste Moment der politischen Stabilität. Wenn sie aber auf den Diskurs mit der sie umgebenden objektiven Realität, auch in Bezug auf das Meinungsspektrum von Bevölkerungsgruppen verzichtet, fördert sie damit direkt extremistische Ansichten und später eben auch Aktivitäten. Derzeit agiert man noch mit Denkverboten, das ist ein Fehler.
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Ich gebe ein drastisches Beispiel für Glauben, weil eben an diesem Beispiel gerade meine Tochter mit mir und Gut und Böse hadert: Ich glaube, dass die Tötung von etwa 6 Millionen jüdischer, völlig unschuldiger Menschen stattgefunden hat. Das ist gesetzte Wahrheit, eine Zahlendifferenzdiskussion ist unzulässig, weil nicht wesensverändernd am Verbrechen. Ich glaube aber GLEICHZEITIG, dass einige Planer dessen sich solidarischer aktiver befürwortender verbrecherischer aktiv-unterstützender Mittäterschaft und -arbeit von Teilen der europäischen christlich-katholisch geprägten Völker sicher waren, sozusagen dachten, ein Europa unter deutscher Vorherrschaft durch diesen Solidaritätseffekt befördern zu können. Ich glaube weiterhin GLEICHZEITIG, dass es nicht legitim ist, andere der Vernichtung preisgegebene Gruppen wegen der Zahlendifferenz der Opfer weniger im Focus zu haben, denn auch diese Zahlendifferenz ist nicht wesensverändernd . Ich glaube daher, dass man ein anderes Wort finden muss für das, was heute Judenmord geheissen wird. Ich glaube GLEICHZEITIG, dass ich persönlich mit meinen Kindern absolut und relativ ÜBERHAUPT KEINE SCHULD HABE DARAN. Das sind aber nur die Vorgedanken. Ich denke, glaube GLEICHZEITIG an so etwas wie ein Vermächtnis des Geschehenen, sei es nun der Suizid meiner Mutter oder ein geschichtliches Geschehen und positioniere mich im Fall der speziellen Geschichte meiner Grossvatergeneration praktisch in folgender Konsequenz:
- Dieses Geschehen ist ein Verbrechen, die bedeutendsten Vorraussetzungen waren u.a. die allgemeine verfluchte Gleichgültigkeit gegenüber zunächst WERTEN (dann Menschen gegenüber) und die Verführbarkeit der Masse, wenn der WERT AN SICH einmal verloren ist... ( Verlust von Empathie z.B.)
- Man muss eine dem Hund ähnliche diesbezügliche Beisshemmung als humanistische Grundkonstante wieder oder eben neu einführen, das geht nur über WERTE, es geht nur über Wiedereinführung des Gewissens , wobei dieses "Gewissen" humanistisch geprägt sein muss. Da und an dieser Stelle fängt ALLES an. Es ist etwas Mentales. Es sitzt im Bauch, es muss wieder oder endlich zum Instinkt werden: DAS GEHT NICHT. ICH KANN ES NICHT. ICH BRINGE ES NICHT ÜBER MICH. Das lässt sich einfach nicht juristisch festmachen. Es muss rational und emotional von Führungspersonen ausgehen.
- Die Verführbarkeit der Massen ist mir aus erlebter Praxis wohlbekannt. Wegen dieser Gefahr das gesamte Prinzip von einzelverantwortungsübernehmender Führung jedoch zu zerstören, das ist ein riesiger Fehler. Die Menschen wollen Identifikationsfiguren sehen, jeder will das Wort Gottes aus dem Munde des Messias HÖREN und nicht in der Bibel auf dem Nachttisch selber lesen, vor allem wegen der notwendigen kollektiven Emotion sozial organisierter Lebewesen, so wie es der Mensch nun einmal ist.. Wenn die verantwortungsvollen Führungspersönlichkeiten fehlen oder nicht sichtbar werden, entstehen eben Ersatz-Führerlein, so einfach ist das. Es muss IDENTIFIZIERBARE FÜHRUNG her, so schnell wie möglich. Diese Führung muss bereit sein, PERSÖNLICHE Verantwortung zu übernehmen. Man darf den Führenden aber nicht so einfach gewähren lassen. Darum muss es immer ein mit Vollmachten ausgestattetes Pendant zur Führungspersönlichkeit geben. Führung muss kontrollierbar und trotzdem eigenverantwortlich wirksam sein. . . Wir haben es also wieder einmal mit Balancen zu tun, die im Moment schlecht ausgeprägt sind. Die sogenannte Mitte tötet alles, was nach Souveränität und Führungsqualität auch nur entfernt riecht, SOFORT. Schade um Sie, Herr Merz.
- Am allerschlimmsten aber ist die abgestumpfte Gleichgültigkeit, die eben aus schlechter, ent-emotionalisierter Führung herrührt und aus einem falschen Freiheitsbegriff noch dazu: Jeder denkt, er könnte sich aus der Sozietät befreien, er könne sagen: Ich bin nicht MIT-verantwortlich, ich kümmere mich um mich und nur um mich... Wenn das wieder einreisst, steht der Verhaftung des Nachbarn nichts mehr im Wege.
Diese Grundüberlegungen zum Gegenstand "Glauben" versetzen mich in eine gute Position: Ich gehe schlicht und einfach im ganz kleinen eigenen Mikrokosmos gegen etwasvor, was ich als übergreifendes Grundübel ansehe, da wo ich eben bin und je nach Situation und soweit ich eben kann. Meistens jedoch ist es Für-Etwas-Sein...Das wird nicht als Revolution daherkommen, nein, das wird sich einfach bei den Familiengesprächen oder im Laden ergeben: Weg mit der Gleichgültigkeit, weg damit, einfach dort, wo man eben ist.... Und immer und immer wieder komme ich auf etwas zurück: Schau Dir nicht die Statistiken an, 5 oder 6 oder 7 Millionen, NEIN: Lies das Buch ANNE FRANK oder SCHINDLERS LISTE , weil nur so am Einzelbeispiel das entsteht, was wir brauchen: WERT als MENTALITÄT. WERTE SIND IM BAUCH ZU HAUSE. Wir brauchen einen demokratischen Werte-und Rechtstaat. Daran glaube ich. Und deshalb unter anderem nutze ich den selbsterlebten eigenen Einzelfall. Weil, gottverflucht die Ursachen GANZ GENAU DIESELBEN SIND: Gleichgültigkeit, falscher Korpsgeist, moralische Verantwortungslosigkeit, Duckmäusertum, stille Billigung, nicht vorhandenes Auflehnen, sekundäres Gewissen... Tja, daran glaube ich... Und deshalb bin ich gelegentlich ein Gegner des reinen juristisch durchorganisierten Pragmatismus', diese Art von Pragmatismus tötet, zunächst Werte , dann Menschen. Es ist so wie es ist: Wenn wir Deutschen 2010 unsere Probleme lösen wollen, müssen wir in Bezug auf z.B. Zusammenhalt und Stolz zu den Juden gehen und einfach fragen, wie sie das alles geschafft und überstanden haben, diese Art von Standhaftigkeit hat universelle Bedeutung. Fertig. Deshalb habe ich mich vor einigen Tagen an den Zentralrat der Juden in Deutschland gewandt. Ich will wissen, wie sie es geschafft haben. War es Religion oder ein anderes, übergreifendes Wertesystem, meinetwegen im Verbund ? Wie sehen sie es in Bezug auf "Gleichgültigkeit"? Wie ging es weiter nach der Daspora, als plötzlich das eigene Land im Focus stand und dieses jahrtausendealte, zusammenhaltende Wertesystem auf den Prüfstand der Praxis internationalen Rechts, des Rechts zwischen Staaten gestellt wurde ? Ist es nun leichter oder schwerer geworden, die objektive Realität in dieser Balance zu reflektieren ? Das sind Fragen, die mich bewegen.Ich bin froh, dass auch meine Kinder diese Fragen stellen. Es gehört ein gewisses Mass an Mut dazu. Auf diesen Mut meiner Kinder bin ich als Vater stolz, wohlbemerkt in dem ganz kleinen Mikrokosmos der Familie, der aber das ganze Universum widerspiegelt..
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Kürzlich hatte ich einen schönen Diskurs mit einem netten jungen Etnologen, einem sehr gebildeten und umgänglichen Doktoranden, der sich in Afrika engagiert und pragmatisch agiert, wenn er muss, ein prächtiger Mensch also, der wirklich umfassende Bildung sucht. Wir kamen wieder einmal ins Gespräch, kamen diesmal auf Rassen und er meinte, es gäbe Untersuchungen, dass es eigentlich gar keine Rassen gäbe...Wegen geringerer Genvarianz ausserhalb als innerhalb. Zu deutsch: Die Genvarianz innerhalb der Äthopier und innerhalb der Mitteleuropäer ist grösser als die Varianz zwischen Äthiopiern und Mitteleuropäern.... Ich bin zunächst einmal der Meinung, dass die Schönheit einfach im Unterschied, sowohl der Rassen und auch der Geschlechter als auch überhaupt, liegt. Da definieren doch schon wieder so ein paar Vereinfacher Unterschiede einfach weg... Klar, es ist natürlich einfach, Rassendiskriminierung einfach per Definition der Unmöglichkeit der Diskriminierung mangels Rassen abzuschaffen. Was ist das wieder ? Dann werden eben die Diskriminierer einfach andere Merkmale suchen, wie zum Beispiel das Rauchen oder Nichtrauchen... Nein, nein, zu kurz geschossen, es geht um Diskriminierung und nicht um Rassen-an-sich. Ich glaube an die Existenz und Gleichberechtigung und Schönheit von Verschiedenheit an sich, also was soll das ? Sollte aber der Vergleich in der genetischen Varianz von Hunderassen ebenso ausfallen und sich plötzlich herausstellen, dass mein Gordon Setter einem Dackel genetisch ähnlicher ist als dem Gordon Setter von Herrn Meier, dann würde ich sagen, dass der Vergleich der Genvarianzen dann eben NICHT ausreicht, um Rassenunterschiede per se wegzudefinieren. Ein Dackel ist ein Dackel und ein Gordon Setter ist ein Gordon Setter. Fertig. Es sind verschiedene Rassen, ein Glück auch ! Nebenbei gesagt finde ich Dackel einfach HERRLICH :-) Überhaupt sind Hunde eine gute Lebensschule: Sie sind LOYAL.... Meiner ist noch dazu, rassebedingt, absolut SENSIBEL... und trotzdem schussfest. Vielleicht könnte man sagen, dass Hunde einen tiefsitzenden, unzerstörbaren ANSTAND haben ? Und dass wir sie deshalb so lieben ?
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